Strassen- vs. Shelterhunde

 

Wenn sich jemand entscheidet, einen Hund aus dem ausländischen Tierschutz zu adoptieren, könnten vielleicht noch folgende Überlegungen wichtig sein:

 

Hat der Hund auf der Strasse gelebt oder wurde er im Shelter geboren und hat dort seine Zeit bis zur Adoption verbracht?

 

Jede dieser Lebenssituation hat unterschiedliche Auswirkungen auf Sozialisierung und Verhalten des Hundes. Verhalten gegenüber Artgenossen, Verhalten gegenüber Menschen und Verhalten gegenüber der Umwelt.

 Da ich sowohl in Thailand wie auch in Spanien mitgeholfen habe, Strassenhunde einzufangen, habe ich mir dabei bestimmte Kompetenzen angeeignet. Natürlich bin ich dann in den diversen Shelters auch Shelter-Hunden begegnet und da brauchte es teilweise andere Fähigkeiten, deren Vertrauen zu gewinnen.

 Ich will hier kein langes Referat halten, sondern einige meiner Erfahrungen mit Dir/Ihnen teilen, die für eine Entscheidung ob Strassen- oder Shelterhund hilfreich sein könnten.

 

 

 

Strassenhunde:

sehr gute Beobachter, Überlebenskünstler, sehr gute Kenntnis menschlicher Verhaltensweisen, «Dreck- und Menschenfutterfresser», Houdinis (schnell verschwinden, sich unsichtbar machen), Bettler, guter sozialer Umgang mit anderen Hunden, verstärktes Beute/Jagdverhalten (insb. Katzen), Katzentauglichkeit muss unbedingt überprüft werden. uam.

 

Bei der Adoption eines solchen Hundes muss va darauf geachtet werden, dass der Hund nicht abhaut. Futterneid ist oft ein Thema und auch Angst vor menschlichen Berührungen.

Hier muss «Freiheit» begrenzt und strukturiert werden.

 

 

 

Shelter-Hunde

 

Anderer Überlebenskampf, oftmals viele Hunde auf engem Raum. Angst-Aggressions- Grenze muss intensiv gemanagt werden. Viele Unsicherheiten gegenüber «aussen» und auch dem Leben in einer Wohnung/Haus.

«Freiheit» muss erlernt werden, ebenso der natürliche Umgang mit fremden Hunden in unserem Umfeld. Statt abhauen eher erstarren und sich verstecken. Da vieles unbekannt ist, sind sie aber oft «katzentauglicher»…

Ein souveräner Ersthund kann dabei unterstützend wirken.

 



 

 

Und - nicht zu unterschätzen:  jeder Hund – ob von der Strasse oder aus dem Shelter – hat aufgrund seiner bisherigen Lebensweise, gesundheitliche Baustellen. Nebst den Parasiten betrifft es oft die Zähne, den Verdauungsapparat und das Skelett. Diese Bereiche unbedingt durchchecken, bevor man grosse Wanderungen unternehmen will...

 

 Ausrüstung am Anfang: jeder Hund aus dem Tierschutz sollte meiner Erfahrung nach als erstes einen Tracker angesteckt bekommen, ein Sicherheitsgeschirr tragen und solange doppell-leinig geführt werden, bis der Rückruf zu 100% funktioniert. Man will seinen frisch adoptierten Hund nicht gleich auf der STMZ inserieren müssen…

 

 

Dann steht einem spannenden und erfülltem Leben mit diesem Hund nichts mehr im Wege!